Das Kooikerhondje

Das Kooikerhondje ist in den Niederlanden eine der ältesten Hunderassen. Aber erst 1942 begann die eigentliche Zucht der zwischenzeitlich fast schon ausgestorbenen Rasse  in den Niederlanden. 1971 wurde das Kooikerhondje dort als Rasse anerkannt und international vom FCI 1990 (FCI Standard Nr.314 Gruppe 8, Sektion 2: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde). In Deutschland ist das Kooikerhondje noch nicht so bekannt, aber immer beliebter und als Besitzer wird man oft auf den Hund angesprochen. Wenn man gleich mit zwei dieser wunderbaren Hunde spazieren geht, bekommt man häufig die Frage gestellt, ob das Geschwister seien.

Aussehen

Das Kooikerhondje wirkt durch sein freundliches Aussehen sehr anziehend. Er ist ein zweifarbiger Hund, weiß mit klar abgetrennten rotbraunen Platten. Die Länge von der Spitze der Schulter bis zum Sitzbeinhöcker kann etwas länger als die Widerristhöhe sein. Das Idealmaß der Rasse liegt beim Rüden bei 40 cm Widerristhöhe und bei der Hündin bei 38 cm, eine ideale Körpergröße um überall mithin genommen zu werden. Abhängig von Größe und Geschlecht sollte ein ausgewachsenes Kooikerhondje nicht mehr als 9-13 kg wiegen. Das Kooikerhondje hat eine gut befederte Rute und das Haar ist von mittlerer Länge, leicht gewellt oder glatt und dicht anliegend. Auf dem Rücken sollte die rotbraune Farbe überwiegen. Die dunkelbraunen, mandelförmigen Augen sollten im braunen Fell liegen. Auch die Ohren sind braun, an denen lange schwarze Haare, die sogenannten „Ohrbellen“ sehr erwünscht sind. Die Blesse sollte möglichst gleichmäßig und im Bereich des Fangs, der Nase und Stirn weiß sein.

Charakter

Das Kooikerhondje ist ein liebenswerter, freundlicher, wachsamer und lebenslustiger Begleithund. Es ist intelligent, hat ein großes Anpassungsvermögen und eine starke Verbundenheit mit seiner Familie. Es braucht den ständigen und engen Kontakt zu seinen Menschen, ist zufrieden, wenn es bei ihnen sein darf und genießt es für seinen Herrn zu „arbeiten“. Das sensible Kooikerhondje sollte deshalb nicht täglich über mehr als 3 Stunden alleine gelassen werden, es könnte sonst von seiner Lebensfreude einbüßen. Fremden, Kindern und anderen Hunden gegenüber kann es sich anfänglich zurückhaltend zeigen und wird sich zurückziehen, wenn es sich unsicher fühlt. Wenn es aber jemanden ins Herz geschlossen hat, wird dieser immer überschwänglich begrüßt werden. Dem Kooikerhondje sollte Respekt entgegengebracht werden, vor allem Kinder sollten Rücksicht auf seine Bedürfnisse nehmen. Kinder dürfen nicht mit ihm machen, was ihnen beliebt und kleine Kinder sollten deshalb nicht unbeaufsichtigt mit ihm gelassen werden.  Kleinkindern gegenüber kann er sich eher reserviert verhalten, aber für ältere Kinder kann er ein guter Spielkamerad sein. Für seine ursprüngliche Arbeit im Entenkooi war ein ruhiges und selbstsicheres Verhalten erforderlich. Die aufmerksame und stille Zusammenarbeit mit dem „Kooibaas“, dem Besitzer des Hundes war eine Voraussetzung. Das Kooikerhondje lockte mit seiner fröhlich wedelnden weißen Rute die neugierigen Enten in eine Fangröhre. Die Arbeit setzte außerdem Ausdauer und Durchsetzungsvermögen voraus. Das Kooikerhondje achtete auch auf Haus und Hof, schlug aber nur an, wenn es einen Grund gab. Der Hund hatte auch die Aufgabe den Entenkooi von Ratten, Mäusen und Maulwürfen freizuhalten, diese also zu jagen. Dazu brauchte er auch eine gewisse Schnelligkeit. Diese Anlagen hat sich das Kooikerhondje bis heute bewahrt. Das Besondere an ihm ist, dass es einerseits temperamentvoll und voller Lebensfreude, andererseits aber zurückhaltend und ruhig ist.

Erziehung

Das Kooikerhondje verlangt Fingerspitzengefühl, denn manchmal ist es starrköpfig und zugleich empfindsam. Es sollte deshalb liebevoll, ruhig und gelassen, mit positiver Bestärkung, großem Einfühlungsvermögen, absoluter Konsequenz und mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen erzogen werden. Besonders im Jugendalter sollte man sich keine Inkonsequenz leisten, da sich sonst die in dieser Phase vorkommende Dominanz verstärken könnte. Es ist stets eifrig dabei wenn es etwas Neues zu lernen gibt. Da es etwas scheu und schreckhaft, sowie sensibel ist, verträgt es keine unnötige Härte. Es fühlt sich sicher, wenn es weiß wo sein Platz innerhalb der Familie ist. Der Jagdtrieb ist schwach, ihm sollte man vom ersten Moment an energisch entgegenwirken und den jungen Hund auch immer wieder zu sich rufen, wenn das Näschen nach oben geht.

Gesundheit

Das Kooikerhondje ist eine sehr gesunde Rasse und kann um die 15 Jahre alt werden. Vereinzelt gibt es Fälle von Epilepsie. Es ist nicht einfach festzustellen, ob es sich dabei um erblich bedingte oder erworbene Erkrankungen handelt.  Dank eines Gentests und Selektion der Träger sind keine Fälle der VWD, einer früher aufgetretenen Erbkrankheit der Kooikerhondjes, mehr bekannt geworden. Alle Hunde werden vor der Zuchtzulassung auf dieses Gen geprüft. Auch für die Kooikerlähmung (ENM) gibt es seit 2012 einen Gentest. Nach einer niederländischen Studie gibt es bei den Kooikerhondjes einige bekannte Fälle von Myositis, einer entzündlichen Erkrankung des Muskels. Sie kann erworben oder erblich sein und unterschiedlich stark von Hund zu Hund auftreten. Es wird derzeit in den Niederlanden weiter geforscht um bald einen Gentest zu ermöglichen. Patellaluxationen (PL) können in Einzelfällen auftreten, in der Regel handelt es sich um leichte Formen.  Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt sehr selten vor. Augenerkrankungen treten sehr vereinzelt auf. Vor der Zuchtzulassung im DCK werden die Hunde von einem dafür speziell ausgebildeten Augenarzt untersucht. Im seit 1943 geführten niederländischen Register sind alle unter der FCI geborenen Kooikerhondjes erfasst und Erkrankungen, die bekannt werden, werden dort registriert. Hier können die Daten vor den geplanten Verpaarungen nachgeschlagen werden um die besten Kombinationen von Zuchttieren zu finden.

Pflege

 

Die Pflege ist einfach. Tägliches Bürsten reicht aus um das Fell in Ordnung zu halten. Schmutz löst sich nach einem Spaziergang schnell von selbst aus dem Fell, so dass ein Kooiker selten gebadet werden muss. Das Kooikerhondje ist eine der wenigen Hunderassen, die nicht riechen. Es hält sein Fell katzenähnlich sauber.

Ernährung

Das Kooikerhondje hätte eigentlich immer Appetit. Deshalb muss man schon sehr darauf achten, dem schmachtenden Blick des Kooikers widerstehen zu können, um es nicht zu überfüttern. Es sollte ein schlanker und muskulöser Hund bleiben, der sich gerne und leicht bewegt. Wir „barfen“ unsere Hunde, d.h. sie werden auf natürliche Weise mit Rohfleisch gefüttert, ergänzend mit Gemüse und Obst sowie Mineralien und sonstigen wichtigen Nahrungs-Ergänzungsmitteln. Als Belohnung bekommen Sie aber auch mal kleine Trockenfutterbröckchen.

Bewegung und Spiel

Das Kooikerhondje ist ein bewegungsfreudiger Arbeitshund, ein Apportier-und Stöberhund. Da die wenigsten Kooikerbesitzer zuhause einen Entenkooi haben ;-),  freut sich der ausgewachsene Kooiker, wenn er mit seinen Menschen  raus darf, egal ob es nur ein Spaziergang von 30 Minuten ist oder eine 25 km Wanderung. Der Hund geht mit seiner vollen Leistungsbereitschaft und Aufmerksamkeit mit. Er sollte täglich mindestens 2 Stunden Bewegung haben, einen Großteil davon möglichst ohne Leinenzwang auf verkehrsfreien Wegen. Mit Eifer ist er bereits in der Welpenschule dabei, später im Hundesport oder zuhause beim Spiel und im Erlernen neuer Kommandos und Tricks.  Gemeinsame Unternehmungen, bei dem er zwischendurch etwas zu tun bekommt wie Suchen oder Bringen und immer wieder kleine Übungseinheiten während des Spaziergangs, sind für einen Kooiker sehr wichtig und festigen die Beziehung zwischen seinen Menschen und ihm. Er möchte aber auch selbst einmal die Initiative ergreifen, voller Lebensfreude herumtollen und auch nach Herzenslust schnuppern dürfen. Viele Kooiker lieben auch das Wasser.